Ist der Mac noch sicher?
Von Marco Preuss, Virus-Analyst bei Kaspersky Lab in Ingolstadt
Die meisten Schadprogramme von heute werden für Angriffe gegen Windows-Systeme eingesetzt. Deshalb wiegen sich viele Anwender von Mac OS, Linux oder Solaris vor Cyber-Attacken in trügerischer Sicherheit.
Aber es ist auch klar, dass eine Person, die mit solchen Angriffen ihr Geld verdient, natürlich immer das System anvisieren wird, mit dem sich am meisten Treffer erzielen lassen. Aus diesem Grund werden täglich millionenfach Trojaner per E-Mail verschickt, die es auf Windows-Nutzer abgesehen haben.
Windows-Malware hat in den meisten Fällen die Zielsetzung, den Rechner für DDOS-Angriffe und Spam-Versand zu übernehmen, und über eine Wurmkomponente möglichst viele andere Rechner zu infizieren.
Bei Angriffen gegen Unix-ähnliche Systeme hingegen geht es meist darum, unbemerkt zu agieren, um z.B. Kreditkartendaten aus einem Online-Shop oder Passwörter einzelner Nutzer zu entwenden. Diese Angriffe kommen in den meisten Fällen nicht per Trojaner, sondern über die Ausnutzung von bekannten Schwachstellen in den Server-Diensten.
Ein weiteres Einfallstor sind Medien wie CD-ROMs und DVDs, teilweise sogar noch Disketten oder Disks für ZIP-Drives. USB-Sticks und USB-/Firewire-Festplatten wandern ebenfalls von einem zum anderen System und ermöglichen so die Verbreitung der Schädlinge.
Ob Mac OS oder Linux nun sicherer als Windows sind oder nicht, ist dabei völlig unerheblich. Selbst wenn ein Betriebssystem-Kern unknackbar wäre, gäbe es auf der Festplatte immer noch genügend Programme, deren Schwachstellen sich für einen Angriff nutzen ließen.
Das Fazit: Systeme abseits des Mainstreams bieten zwar einen gewissen Sicherheitsvorteil, die Sicherheit ist jedoch keinesfalls garantiert. Daher sollten Rechner und Netzwerke unabhängig vom Betriebssystem abgesichert werden – am besten durch eine Kombination sich ergänzender Techniken.